SPÖ-Energiesprecher Schroll fordert Versorgungssicherheitsstrategie in der Stromerzeugung

SPÖ-Energiesprecher Schroll fordert Versorgungssicherheitsstrategie in der Stromerzeugung

„Regierung muss energiepolitischen Stillstand beenden“ – Umstellung auf erneuerbare Energie braucht zugleich Aufbau von sicheren Netzreserven

SPÖ-Energiesprecher Alois Schroll drängt darauf, dass die Regierung das Thema Versorgungssicherheit bei der Stromerzeugung endlich ernstnimmt. Die SPÖ setzt sich seit langem für eine nationale Versorgungssicherheitsstrategie ein, die einen Standard definiert und die Optionen und Maßnahmen festlegt, wie man ihn erreichen kann. Denn die ökologisch richtige Umstellung auf erneuerbare Energie muss zugleich auch vorsorgen, dass es sichere Erzeugungskapazitäten gibt, die den Kohlestrom ersetzen. Schroll ist froh, dass der E-Control-Vorstand Andreas Eigenbauer heute in der „Presse“ dieses Thema klar angesprochen hat.

Die SPÖ hat schon im Jänner einen Antrag zur Versorgungssicherheit im Nationalrat eingebracht, der allerdings von den Regierungsparteien durch Vertagung auf die lange Bank geschoben wurde. Dabei sieht Schroll bei den Grünen durchaus ein Problembewusstsein, das der ÖVP allerdings völlig fehle.

Wegen der Uneinigkeit der Regierungsparteien gibt es noch keinen Vorschlag, wie man für Österreich eine sichere Netzreserve sicherstellen kann. Auch wenn das Problem noch nicht akut erscheine, weil Versorgung im Moment gut abgesichert ist, müssen die Entscheidungen trotzdem jetzt getroffen werden, betont Schroll. Denn die Vorlaufzeiten für die Errichtung von neuen Anlagen seien sehr lang.

„Wir leben noch vom Altbestand und sind aber vor allem in den Wintermonaten sehr von Stromimporten abhängig. Wir dürfen in der Energiepolitik auch in der Corona-Krise keine Pause machen. Die Untätigkeit der alten ÖVP-FPÖ-Regierung hat uns viel Zeit gekostet, der Stillstand muss jetzt beendet werden“, sagt Schroll.

Bis 2030 werden Gaskraftwerke mit einer Leistung von 1,7 Gigawatt älter als 30 Jahre sein, die Hälfte davon älter als 40 Jahre. Bei einem prognostizierten Strombedarf von 5,8 Gigawatt, würden im Jahr 2030 1,3 Gigawatt fehlen, wenn die alten Gaskraftwerke planmäßig vom Netz gehen, warnt die E-Control laut dem Bericht in der „Presse“.

Service: Hier finden Sie den Antrag von Alois Schroll „Energiewende braucht Versorgungssicherheit“, eingebracht von der SPÖ am 22. Jänner, vertagt von ÖVP und Grünen am 11. März im Wirtschaftsausschuss.

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